Bruchsteinwand mit Kassetten
Sockelbänke aus Ruhrsandstein
Elke Witting-Nagel, Howard Nagel
Zuwegungen
Die Zuwegungen beidseitig des Haupthauses führen zur Garage und zum Nebengebäude bzw. zum Garten. Einfriedungen aus einer Kombination von Mauerwerk, Holzzaun und Bepflanzung bilden den seitlichen Grundstücksabschluss zum Nachbarn. Als Wetterschutz dienen Hartsandstein-Platten entsprechend den Kopfsteinen und Fensterbänken. Entlang der Sockel wurden Schotterstreifen aus gelblichem Toskana-Quarzit angelegt. Im Bereich der Pfeiler lockern Rankpflanzen wie z.B. Climatis Montana die Zaunelemente auf.
Nebeneingang
Der Nebeneingang entspricht in Gestaltung und Ausführung dem Haupteingang. Der Niveauunterschied zur Garagenzufahrt wurde über eine kleine Aussentreppe aus Hochlandquarzit hergestellt. In Verbindung mit dem Toskanaquarzit des Pflasters ergibt sich ein hormonisches Ganzes.
Regenfallrohre verlaufen zwischen Mauerwerkslisenen, die verdeckt die Bewegungsfugen zwischen den jeweiligen Verblenderfassaden sowie den Blitzschutz aufnehmen.
Zuwegung Nebengebäude
Zu Beginn des Wohnweges wurde eine Müllbox für 3 Behältnissen angeordnet. Stilistisch lehnt sich diese an die Gestaltung der Zaunfelder an. Zwischen Kirschlorbeersträuchern und dem Ziegelstein integriert sich die Müllbox unauffällig in das Gesamtensemble. Den oberen Abschluß des Edelstahlkorpus bildet ein Gründach mit einer extensiven Bepflanzung. Dadurch bleibt die Box auch bei Sonneneinstrahlung kühl.
SPA-Bereich, Duschbereich
Der Duschbereich wurde um 30 cm höher als die Basisebene angeordnet, um eine bessere räumliche Trennung zur Wellnessbar und zum Sitzbereich herzustellen.
Beleuchtete Kassetten, die in die Natursteinwand eingelassen wurden, dienen u.a. als Ablagen für die Badutensilien. In die Decke wurden das Soundsystem sowie Downlights integriert. Über Lichtszenen, die frei programmierbar sind, lassen sich zauberhafte Stimmungen erzeugen.
Die obere Ebene verbindet die Duschen, die Sitzbank mit den Fussbecken sowie die finnische Sauna miteinander.
SPA-Deckenarchitektur, Sternenhimmel
Die Decke des SPA-Bereiches wurde im Kontext zu den Einrichtungsobjekten in zwei Ebenen kurvig gestaltet. Die höhere Ebene nimmt Downlights, das Soundsystem sowie diverse Pendelleuchten auf. Eine beleuchtete Lichtvoute, konturiert den geschwungenen Deckenverlauf über LED-Licht. Die mit Glaskristallen bestückten Glasleiter des Sternenhimmels können über Projektoren in unterschiedlichen Farben leuchten. Solitärleuchten, die das Thema Wasser in einer der Wasserwelt entstammenden Formelsprache integrieren, komplettieren den Raumeindruck.
Sockelbänke aus Sandstein
In Verbindung mit den Fensteranlagen wurden Sockelbänke aus rheinischem Sandstein eingebaut. Der Sandstein entstammt den Schichten des Ruhrkarbons am Unter- und Mittellauf der Ruhr. Als Ergebnis der erdgeschichtlichen Vorgänge im Rheinischen Schiefergebirge, ist insbesondere in den älteren Schichten des Oberkarbons ein Sandstein entstanden, der sich durch seine im Vergleich mit anderen Sandsteinen geringe Wasseraufnahme, seine an Granite heranreichende hohe Druckfestigkeit, seine hohe Abriebfestigkeit und die allgemein große Verwitterungsbeständigkeit auszeichnet.
An den Stirnseiten wurden alle Sockelbänke mit einem Ornament versehen. Dieses besteht aus einem mittig ausgefrästen Karo sowie beidseitigen Lisenen. Die tiefer liegenden Strukturen sind an der Oberfläche handwerklich gestockt, die vorstehenden Teile fein geschliffen und gefast.
Eingangspodest mit Uplight
Der Eingangsbereich wurde mit Hochlandquarzit belegt. Im Bereich der beiden Stützenende, deren Sockel aus rheinischem Sandstein hergestellt wurden, befinden sich im Bodenbelag eingearbeitete Uplights, welche die Stützen mit einem Streiflicht akzentuiert beleuchten. Der Sandstein entstammt den Schichten des Ruhrkarbons am Unter- und Mittellauf der Ruhr. Das Material wurde für Sockel, Fensterbänke und sogenannte Schluß- oder Kopfsteine verwendet.
Die historischen Ziegel fanden ihre ursprügliche Verwendung vor ca. 200 bzw. ca. 120 Jahren. Als aufbereitete Abbruchzeigel wurden diese in einer Mischung aus Ringofenbrand (ehemalige Weberei / M-Gladbach) und einem Feldbrand (Otzenrath / Niederrhein) am ganzen Gebäude verwendet. Dem Können und der Erfahrung der Maurer sei an dieser Stelle der Dank ausgesprochen. Sie haben dem Stein mit Geduld und Akribie zu "alter Schönheit" verholfen.
Dachraum Garage
Die 3-seitig geneigte, zeltförmige Dachkonstruktion der Doppelgarage wurde aus Holzleimbindern gefertigt. Unterseitig zeigt sich eine weißer Holzverschalung. Vier große Topfleuchten spenden gleichmässiges, warmes Licht. Wahlweise können Akzentleuchten hinzugeschaltet werden, die in den Dachraum gerichtet sind. Das horizontale Sektionaltor erlaubt den Dachraum sowohl bei geöffnetem als auch geschlossenen Tor in seiner Gestaltung optimal zu erleben. Zum Wohnhaus ist die Wand mit dem historischen Ziegel verkleidet. Teilflächen präsentieren sich in eingefärbter Pandomotechnik.
WC / Umkleide
Waschtisch mit aufgesetzten Natursteinbecken und Unterschrank aus amer. Nussbaum. Das WC ist dem Umkleideraum nachgelagert und ausschließlich für das Untergeschoss vorgesehen.
Fitnessraum
Der Fitnessraum wurde in seinen Abmessungen, insbesondere der Raumhöhe so ausgelegt, dass professionelle Geräte aufgestellt und genutzt werden können. Teilweise sind die Wände zur Kontrolle von Übungsabläufen verspiegelt. Ein direkter Zugang zur Aussenterrasse gibt das Gefühl im Freien zu trainieren. Die Decke wurde mit gelochten Schallschutzpanellen abgehangen. Als Beleuchtung dienen textile Deckensegel in Deckenkassetten, die blendfreies Licht speziell bei Bodenübungen spenden.
Küche
Kochen und Zubereiten als Erlebnis. Die Küche, ein Ort der täglichen Familienbegegnung, ein Ort des Wohlfühlens. Alle Küchenmöbel wurden aus massivem Olivenbaumholz oder -furnier gefertigt. Die Küchenarchitektur basiert auf einer Zweizeiligkeit mit einem zentralen Mittelelement und angeschlossenem Essplatz. Erstklassiges Material, handwerkliches Können und technische Präzision standen beim Entwurf und der Fertigung Pate.
Detailbegeisterung
Form follows funktion. Die Anforderung an ein bestmögliches Funktionieren begleitete uns bei dem Entwurf vieler handwerklicher Details. Nicht zuletzt war die gezielte Auswahl geeigneter Handwerksbetriebe die Voraussetzung für ein gutes Ergebnis. Die Fotografie zeigt ein Griffleistendetail, welches aus massivem, geöltem Zebranoholz mit Edelstahleinleger gefertigt wurde. Die Verbindung von matter Holzoberfläche und lackierten Hochglanzflächen ergab die gewünschte Wirkung für den Betrachter.
Türdetail
Die Türe zum Kinoraum ist durch eine gepolsterte und mit Leder bezogene Panelle schalltechnisch so ausgebildet, dass eine Schallübertragung minimiert wird. Das Leder wurde mit Knöpfen geschmückt und durch eine traditionelle englische Verlegetechnik gefaltet. In Verbindung mit dem grafischen Design des Edelstahl Drückers ergibt sich ein besonders ausdruckstarkes Detail.
Eingangsfoyer, Blick in das Foyer
Dem Betrachter gibt die transparente Verbindung zwischen Obergeschoss und Erdgeschoss das Gefühl von Offenheit und fließenden Raumbeziehungen. Die zentrale Anordnung der Treppenanlage ermöglicht vielfältige Raumerschließungen. Parkett aus Kirschbaum und das vorherrschende Weiß der Decken und Wände lassen die Räume hell und freundlich erscheinen. Punktuell akzentuieren farbige Anstriche oder Putze besondere Raumsituationen oder Möbeleinbauten.
Elke Witting-Nagel | Howard Nagel
Nach 13 Monaten, angefangen vom Baugrubenaushub bis zum Einzug, freuen wir uns gemeinsam mit dem Bauherr das Projekt zur Nutzung übergeben zu haben. Das Vertrauen der Bewohner, die überaus interessante Aufgabenstellung sowie der große gestalterische Spielraum haben uns die Rahmenbedingungen gegeben, die für ein Projekt dieser Art unabdingbar waren. Die vielfältigen Wünsche, Ideen und Inspirationen, die wir durch den Auftraggeber erhielten, waren in jeder Hinsicht eine Bereicherung.